Januar 14th, 2010 von
admin
Freeclimbing, bei Gegnern unnötiger Anglizismen auch Freiklettern genannt, ist kein Hobby für jedermann. Entgegen weit verbreiteter Vorurteile muss man zum freeclimbing aber auch nicht lebensmüde sein. Obwohl der Name es vermuten lässt, gehört längst nicht bei jeder Form des Freeclimbing das Fehlen von Hilfs- und Sicherungsmitteln dazu. Lediglich das sogenannte Free-Soloclimbing findet komplett ungesichert statt. Beim klassischen Sportklettern und Freiklettern geht es nicht darum, keine Sicherungsmittel zu benutzen, sondern darum, sie nicht zu gebrauchen. Im Gegensatz zum klassischen Bergsteigen, bei dem nur zählt, eine begonnene Route zu bewältigen, besagt die ‘Kletter-Ethik’ eines echten Freikletterers, dass eine Wand erst dann bezwungen ist, wenn sie erklettert wurde, ohne die verwendeten Sicherungsmittel aktiv gebraucht zu haben.
Definitiv ist Freeclimbing nichts für schwache Nerven, geht es doch nicht allein um die körperliche Fitness, die nötig ist, eine Berg- oder Kletterwand zu besteigen, sondern auch darum, natürliche Ängste zu beherrschen und trotz Höhe und unsicherem Halt nicht aus dem Konzept zu geraten und den besten Weg zu finden. Nicht nur Stärke, Ausdauer und Geschick zeichnen einen guten Freikletterer aus, aller wichtigste Voraussetzung ist die Fähigkeit, sich auch in extremen Stress-Situationen konzentrieren und die eigenen Ängste kontrollieren zu können.
Natürlich muss auch ein Freeclimber einmal klein anfangen und beginnt nicht mit der steilsten und höchsten Bergwand. In ganz Deutschland gibt es Kletterhallen mit verschieden schweren Kletterwände, von denen die einfachsten auch für Anfänger zu bewältigen sind, sofern sie die nötige körperliche Fitness mitbringen und nicht von allzu großer Höhenangst geplagt werden.
Was die Schwierigkeitsgrade, sowohl für Kletterhallen als auch für natürliche Klettermöglichkeiten betrifft, so ist eine objektive Kategorisierung natürlich schwer. Jeder Kletterer hat andere Stärken und Schwächen und bewertet dementsprechend schwierige Stellen innerhalb einer Kletterwand verschieden. Entsprechend gibt es diverse Skalen, nach denen Schwierigkeitsgrade bestimmt werden. In Deutschland gilt die so genannte UIAA-Skala als sehr verbreitet, wobei zumindest in Sachsen eine andere, nämlich die sächsische, verwendet wird. In weiten Teilen Europas, aber nicht überall, wird die französische Skala als die akzeptierte bewertet, in Amerika gibt es wieder andere.
Letztlich bewertet aber, wie gesagt, fast jeder Freikletterer Routen anders, so dass diese Skalen ohnehin nur im Wettbewerb eine Rolle spielen. Welche Routen am reizvollsten sind, muss letztlich jeder für sich entscheiden.
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Dezember 22nd, 2009 von
admin
Als wir klein waren, hatten wir alle einen Drachen. Im Kindergarten und in der Grundschule werden sie aus buntem Pergamentpapier und ein paar Plastikstangen gebaut und lassen kurz nach Vollendung Kinderherzen höher schlagen, indem sie an windigen Tagen durch die Lüfte sausen. Heute erfreut sich das Drachen steigen lassen auch bei Erwachsenen immer größerer Beliebtheit. Erwachsene können Englisch und nennen ihr Hobby daher ‘kiting’ statt ‘Drachen steigen lassen’.
Mit dem Kinderspiel auf einer matschigen Wiese von früher hat das kiting von heute nicht mehr viel gemein. Beim Kiting geht es nicht einfach darum, den Drachen in der Luft zu halten und schön aussehen zu lassen, vielmehr geht es um das Spiel mit der Kraft des Windes. An stürmischen Tagen am Meer zum Beispiel, ist es leicht möglich, sich von seinem Drachen ein Stück wegtragen zu lassen, man spricht vom Kitesailing. Beim sogenannten Kitebuggyfahren etwa, sitz der Pilot in einer Art Buggy und wird von der Kraft des Drachens gezogen, wobei erstaunliche Geschwindigkeiten erreicht und weite Entfernungen zurückgelegt werden. Neben Küstengebieten gibt es im Landesinneren mittlerweile riesige Kiteparks, in denen diese ungewöhnliche Form des ‘Drachen steigen lassens’ betrieben wird. Ähnlich funktioniert das sogenannte Kitesufen, bei dem statt eines gewöhnlichen Surfsegels ein in der Luft schwebender Drache für die Fortbewegung auf dem Wasser sorgt. Der besondere Reiz dieser Form des kiting besteht in meterweiten Sprüngen mit dem Brett, die bei entsprechendem Wind von Könnern mit Leichtigkeit gemacht werden.
Neben diesen halsbrecherischen Formen des kiting erfreut sich auch der so genannte Trickflug immer größere Beliebtheit und Verbreitung. Hier geht es um Geschick und Feingefühl beim Fliegen des Drachens. Anhänger des Trickflugs, der auch Ballettflug genannt wird, sehen im Einstudieren von vorgegebenen Choreographien eine besondere Herausforderung. Mit sogenannten Deltadrachen können geübte Trickflieger erstaunliche Figuren und Tricks fliegen. Inzwischen gibt es richtige Wettkämpfe und Drachenfeste, auf denen sich Ballettflug-Begeisterte aus dem ganzen Land oder sogar der ganzen Welt treffen und sich im Trickflug messen. Es gibt über 150 festgelegte Figuren, die nach festen Regeln bewertet und von Teilnehmern der Wettbewerbe nachgeflogen werden. Was ein geübter Pilot mit einem guten Drachen machen kann, ist faszinierend. Ob man mitfliegen will oder lieber nur zusieht, ein Drachenfest oder ein Kitingwettbewerb ist ein Spektakel, das nicht nur Kinder begeistert.
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Dezember 15th, 2009 von
admin
Bodypainting, Körpermalerei, oder auch Körperbemalung sind mehrere Begriffe für ein hautfreundliches, wasserfestes, aber nicht permanentes Tattoo, welches sich über den gesamten Körper des Menschen erstreckt. Ein Bodypainting wird direkt auf die Haut gemalt und kann von nur wenigen Stunden bis zu mehreren Wochen am Körper einer Person halten. Für diese Körperkunst werden ausschließlich Farben benutzt die hautfreundlich und dermatologisch getestet sind, damit keine Auschläge oder Hautirritationen bei den Personen auftreten.
Den Ursprung hat diese Körperkunst bereits vor vielen Hundert Jahren. Die Körperbemalungen fanden noch zur Urzeit mit unterschiedlichsten Materialien und vor allem zu unterschiedlichsten Anlässen statt. So wurde bei den Indianern zum Beispiel ein Bodypainting als Würdigung innerhalb einer Gruppe benutzt. Rot und Blau waren die Hauptfarbe. Während die Farbe Rot für Krieg und Erfolg stand, wurde die Farbe Blau für Misserfolg und Schwierigkeiten verwendet. In dem drittgrößten Inselstaat Papua-Neuguinea wurden die Body- bzw. Facepaintings meistens zu verschiedensten Veranstaltungen wie unter anderem Totenfeste oder Jagdzüge verwendet. In Afrika wiederum ist die Farbe Rot von großer Bedeutung. Man sagt dieser Farbe eine Heilwirkung nach, während weiß die Reinheit von jungen Frauen und Männer symbolisiert. In diesen Ursprüngen der Körperbemalung wurden natürlich in erster Linie nur Naturmaterialien wie Ocker oder Holzkohle für die Bemalungen benutzt. Die Bemalung mit Naturmaterialien ist ebenfalls im Islam bekannt. Hier werden ausschließlich Teile des Körpers mit einer rötlich Farbe bemalt, die aus dem Hennastrauch gewonnen wird. Dieses Henna-Tattoo kann nicht mir Wasser abgewaschen werden, sondern hält einige Monate auf der Haut.
Die heute als Body Art Künstler genannten Maler sind die modernsten Künstler, die für ihre Werke statt der Leinwand den menschlichen Körper benutzen. Bei dem modernen Bodypainting unterscheidet man zwischen partiellem Bodypainting und Ganzkörper-Bodypainting mit und ohne Motiven. Unter dem partiellem Bodypainting versteht man, die Bemalung von nur einzelnen Körperteilen, wie es das Facepainting ist. Die Bemalung des Gesichts wird meistens für Werbe- und Sportveranstaltungen verwendet. Aber auch unter den Kindern ist diese Art von Körperbemalung immer sehr beliebt. Allerdings wird bei den Kleinen in der Regel mit besonderen Schminken gearbeitet. Bei den sogenannten Hand Künstler wird mit speziell ausgewählten Hand Models gearbeitet, denen ein spezielles Make-up auf die Handaufgetragen wird. Wichtig ist das mit hautfreundlichen und dermatologisch getesteten Farben gearbeitet wird.
Gearbeitet wird sowohl mit einem Schwamm als auch mit einer sogenannten Air-Brush-Pistole, mit der eine große Fläche in kürzester Zeit hauch dünn besprüht werden kann. Die Werke von Bodypainting Artisten sind meistens im Fernsehen zu sehen, da diese Künstler oft für Filmproduktionen arbeiten. Besonders bei Science-Fiction Produktionen, werden Aliens durch ein Bodypainting zum Leben erweckt. Aber auch auf den großen Veranstaltungen wie dem World Bodypainting Festivals messen sich die einzelnen Künstler. Im Jahre 2010 wird diese Veranstaltung im Österreichischen Seeboden ausgetragen. Es ist jährlich eine atemberaubende Show mit Musik und Tanz, sowie anschließender Krönung der Gewinne in den verschiedenen Kategorien, wie z. Bsp. Airbrush-Technik, Schwamm-Technik, Spezial Effekte etc.. Der Austragungsort Österreich der Weltmeisterschaft für Body-Art-Künstler wundert die Kenner der Szene nicht, da im Jahre 2001 ein Österreicher die Europäische Bodypainting Vereinigung gegründet hat. Auch in Deutschland wird mittlerweile das German Bodypainting Festival ausgerichtet. Hier stellen sich ausschließlich nationale Künstler vor und treten gegeneinander im Wettbewerb an. Dieses wird im Juli 2010 in Bingen am Rhein stattfinden. Interessierte können auf diesem Festival auch an einem Workshop teilnehmen, der von den Profis der deutschen Bodypainting-Szene geleitet wird. Dieser Workshop ist als Fortbildungsseminar gedacht, für junge Künstler oder auch Künstler die gerade in ihren Anfängen stecken.
Geschrieben in Allgemein, Hobby |
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