Rentenversicherung: Riester-Rente

Dez 22

Für vergangene Generationen war eine gesicherte Rente selbstverständlich. Wer brav seine Rentenversicherungsbeiträge zahlt, hat im Alter auch Anspruch auf eine gute Rente, die die Existenzsicherung auch im hohen Alter gewährleistet. Heute ist es nicht mehr so einfach. Das Problem ist, dass ein sogenanntes ‘Umlageverfahren’, nach dem die deutsche gesetzliche Rentenversicherung funktioniert, natürlich aus der Balance gerät, sobald die Zahl der Einzahlenden sinkt. Früher, als es mehr junge als alte Menschen gab, konnten die Jungen problemlos die Renten der Alten finanzieren. Nun, da es immer mehr alte und immer weniger junge Menschen gibt, gerät das System aus den Fugen. Wer in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, zahlt eben nicht in ‘seine Rente’ ein, sondern zahlt die Rente der jetzigen Rentner. Folglich ist es denkbar, dass wer heute seine Rentenbeiträge zahlt, in 30 oder 40 Jahren kaum mehr einen Anspruch auf Rente haben wird.

Umso wichtiger ist es für junge Menschen, rechtzeitig mit dem Einzahlen in eine private Rentenversicherung anzufangen. Versicherungen haben natürlich auf die problematische Situation reagiert: Es gibt eine enorme Vielzahl an Anbietern von privaten Rentenversicherungen, die mit verschiedenen Modellen arbeiten. Das wohl bekannteste und verbreitetste Modell ist die so genannte Riester-Rente,in Analogie hat sich das Verb ‘riestern’ eingebürgert.

Bei dieser Form der Rentenversicherung handelt es sich im Grunde gar nicht um eine rein private Form der Versicherung, da sie vom Staat stark gefördert wird. In jedem Fall ist die Riester-Rente aber freiwillig, wird also nicht automatisch vom Bruttolohn abgezogen, sondern muss privat abgeschlossen werden. Die Riester-Rente geht zurück auf Walter Riester, der sie in seiner Funktion als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung vorschlug, nachdem 2000/2001 in der Reform der gesetzlichen Rentenversicherung die Beiträge erneut gesenkt worden waren.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Rente garantiert die Riester-Rente dem Versicherten zum Beginn des Auszahlungszeitraumes eine Summe, die den eingezahlten Beiträgen mindestens entsprechen muss. Die Vielzahl an Anbietern der Riester-Rente ist unübersichtlich. Beruhigend ist allerdings die Tatsache, dass alle Anbieter sich an die festgelegten Regeln halten müssen, kein Versicherter sich also sorgen muss, seine Beiträge könnten am Ende ‘verschwinden’. Dennoch lohnt sich der Vergleich. Stiftung Warentest und andere unabhängige Institute helfen bei der Wahl.

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